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| 8. Juni 2007: Abschlußkundgebung mit Spontandemonstration für die Freiheit der inhaftierten Demonstranten |
Es waren die letzten Aktionen der G8-Gegner, das letzte Treffen von erschöpften Demonstranten und erschöpften Polizisten in sommerlicher Hitze. Die Abschlußkundgebung zeichnete ein positives Bild der diversen Proteste, von den Kunstprojekten über die Schlauchbootaktion von Greenpeace bis zu den Blockaden der Zugangswege nach Heiligendamm. Die Protestler waren äußerst zufrieden mit sich und skandierten "Join the winning side!" Noch während der Abschlußverstaltung formierte sich dann die letze Demonstration in Rostock, die G8-Gegner wollten zur Polizeistation in der Ulmenstrasse maschieren, um für die Freilassung der inhaftierten G8-Gegner zu demonstrieren. Und wie üblich in den letzten Tagen wurde aus dem spontanen Protestzugang eine Sitzblockade direkt am Warnowufer, da die Polizei den Weg in die Innenstadt und zum Werftdreieck versperrte. Nach etwa 1 1/2 Stunden einigten sich die Polizei und die Demoleitung auf den Weg dorthin und der Demonstrationszug, der jetzt nur aus etwa 400 Menschen bestand, konnte seinen Weg fortsetzen.
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Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 7. Juni 2007: Emotionales Konzert "Deine Stimme gegen Armut" im IGA-Park |
Es war sehr heiss im IGA-Park und trotzdem waren fast 90.000 Menschen der Einladung gefolgt, am Konzert "Deine Stimme gegen Armut" teilzunehmen. Man kann sicherlich zweierlei Meinung über den Sinn solcher Konzerte mit politischem Anspruch sein. Zu groß ist die Profilierung einiger Stars als soziale Prominente. Und stets sind solche Veranstaltungen eine gefährliche Gradwanderung zwischen Problemvermittelung und Spaßfaktor. So wurde man gleich am Eingang von Gegner solcher Konzerte mit dem bitterbösen Plakat "Sonderangebot: Gutes Gewissen nur 2,50 €" begrüßt. Und schon auf anderen Veranstaltungen der G8-Gegner und -kritiker wurde erklärt, daß man auf diese Art der Unterstützung durch millionenschwere Pop- und Rockstars gerne verzichten würde. Allerdings schaffte es dieses Konzert auf sehr einfühlsame Weise, den Besuchern durch Gastrednern und Einspielungen aus den P8-"Poor Eight"-Ländern der Welt die vielfältigen Probleme dort klarzumachen. Und da sich viele Menschen mit diesen Problemen noch nie wirklich auseinandergesetzt haben und eigentlich nur gute Musik hören wollten, war auch diese Art der Wissensvermittlung durchaus legitim und wünschenswert. Ob nun der gemeinsame Chorus am Schluß des Konzertes "Keep your promise!", der die Einhaltung der Steigerung der Entwicklungshilfe für Afrika einfordert, wie sie 2005 auf dem G8-Gipfel in Schottland beschlossen wurde, auch wirklich Ernst gemeint war, bleibt abzuwarten. Denn dann geht es an die Brieftasche aller Anwesenden. Allerdings ist die Beschäftigung mit Problemen wie Hunger, AIDS, Gensaatgut, Wassermangel und medizinischer Unterversorgung notwendig wie selten vorher. Denn mit Afrika wird in rasender Geschwindigkeit ein ganzer Kontinent entvölkert. So kann man sicherlich den meisten Musikern, die bei diesem Konzert gespielt haben, eine wirkliche Sorge unterstellen, inbesondere natürlich den Bands aus den afrikanischen Ländern selbst, wie Mo´Some Big Noise aus Mosambik, Peter Miles & Mensham aus Uganda, Leo Muntu aus Sambia, Bangla aus Bangladesch und Perrozompopo aus Nikaragua.
Highlights waren dabei Bassekou Kouyate & Ngoni Ba aus Mali mit ihrem "Ethno-Blues" und Youssou N'Dour mit seiner unnachahmlichen Stimme. Insgesamt gaben diese Bands einen wunderbaren musikalischen Querschnitt durch die Welt. Flankiert wurden diese Bands vom Besten, was Deutschland momentan an Rock und Pop zu bieten hat, von Seed über Silbermond, 2Raumwohnung, Sportfrende Stiller, Beatsteaks bis zu den Toten Hosen. Herausheben muß man die Fantastischen Vier, die ohne große politischen Kommentare eine wahrhaft fantastische Performance boten und mit der Songzeile "Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht." aus ihrem aktuellen Song "Einfach sein" den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Wahrhaft musikhistorisch wurde es dann am Ende des Konzertes als die "Vier Tenöre" alias Campino, Youssou N'Dour, Bono und Bob Geldorf gemeinsam musizierten und sangen. Weniger gelugen aber sehr lustig war die Performance von Bono beim Duett mit Herbert Grönemeyer beim Song "Mensch". Mit deutschen Lyriks in einem Song, den eigentlich nur Grönemeyer selbst singen sollte, war der U2-Sänger doch sichtlich überfordert. Insgesamt war es ein gelungender Abend mit einem aufmerksamen und begeisterungsfähigen Publikum, der ein deutliches Zeichen zur Bekämpfung der Armut in Afrika gesetzt hat.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 6. Juni 2007: Globalsierungskritiker und G8-Gegner blockieren Westzufahrt nach Heiligendamm |
Wer hätte gedacht, daß das so schnell und unkompliziert gehen würde. Einfach früh ausstehen,
zu Zeiten, wo das Establishment denkt, da schlafen "die" ja sowieso noch, ein bissel über die Felder wandern
und schon geht dieser Punkt klar an die Demonstranten, die auf friedliche aber sehr deutliche Weise ihr Gegenstatement zum G8-Gipfel
kundgetan haben. Auch die Demonstrationsverbote in der 6-km-Zone rund um den Zaun, die am selben Tag durch das Bundesverfassungsgericht
für rechtmäßig erklärt wurden, sind damit recht schnell unaktuell geworden. Und letztendlich ist es so auch
die beste Lösung für alle. Die Demonstranten haben ihren deutlichen gewaltfreien Protest und die Polizisten können
in Ruhe den Zaun beschützen. Beide Seiten sollten damit insgesamt zufrieden sein, denn keinem nützen Randale, Steinwürfe
und ständige gewalttätige Räumungsversuche.
Abzuwarten bleibt, ob die Demonstranten es schaffen tatsächlich bis zum Abschluß des Gipfels die Blockade aufrechtzuhalten,
denn tausende Demonstranten wollen ja auch schlafen, essen und trinken. Was bei der Aktion insbesondere zum Nachdenken anregt,
ist die Enttarnung von zumindest einem Zivilpolizisten durch die Demonstranten, wie Spiegel-Online meldet. Er soll dabei durch
sein besonders aggressives Verhalten aufgefallen sein, wurde durch andere Autonome leicht verprügelt und durch Ordner
der Polizei übergegeben. Provokateure der Polizei unter den friedlichen Demonstranten? Das ist eine Strategie, die auf
Schärfste zu verurteilen ist.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 6. Juni 2007: Ankunft der Staatschefs in Rostock-Laage |
Der Flughafen Rostock-Laage war wie ein Umschlagbahnhof für die politische Weltelite. Im Stundentakt landeten die prominenten Teilnehmer
des G8-Gipfels in Heiligendamm, wurden von unserem Ministerpräsidenten Harald Ringstorff begrüßt und zu den Hubschraubern
geleitet, die sie direkt nach Heiligendamm ausflogen. Als Erster landete José Manuel Barroso, der seit 2004
Präsident der Europäischen Kommission ist. In einer schönen weiß-roten Maschine schwebte danach Shinzo Abe ein. Er ist
seit 2006 der 90. Premierminister von Japan und nimmt an seinem ersten G8-Gipfel teil.
Danach kamen der italienische Ministerpräsident Romano Prodi und der kanadische Premierminister Stephen Harper in Rostock-Laage an.
Ziemlich zeitgleich landeten später der neue französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der Premierminister
des Vereinigten Königreichs Tony Blair. Blair wollte aufgrund seines Rücktritts allerdings auf die militärische
Begrüssung und auch Fotos verzichten, konnte sich dann aber doch nicht auf sein typisches Lächeln und Winken verzichten.
Eben ganz der professionelle journalistenfreundliche Staatsmann. Den Abschluß machte der Präsident der Russischen
Föderation Wladimir Putin, der trotz der angespannten Lage vor dem Gipfel durchaus aufgeräumt und freundlich wirkte.
Ein "Straswudje! eines Journalisten wurde mit einem akzentfreien "Guten Tag!" beantwortet. Bleibt zu hoffen, daß
diese Sechs und der amerikanischen Präsident, der gestern schon ankam, sowie unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Lage sein
werden, bei den Problemen wie Umweltschutz, Raketenschild und Hunger in Afrika ein großes Stück weiterzukommen.
Genug Prominenz dafür sollte da sein, und wie sagte es unsere Kanzlerin so schön: "Seeluft ist frische Lust und
ordnet die Gedanken".
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 4. Juni 2007: Der ruhige 3. Tag - Tausende Demonstranten irren durch die KTV |
Ohne Vermummung. Erst als diese Auflage erfüllt war, konnte die Demonstration von der Satower Straße über die Rostocker Innenstadt zum Stadthafen stattfinden, bei der über 4000 Menschen gegen die Asylpolitik der G8-Staaten protestierten. Dabei bildeten nackte Oberkörper als Protest gegen die Vermummungsauflagen direkt neben den Polizisten in kompletter Uniform die wahrscheinlich skurillsten Bilder. Bis auf kleinere Rangeleien am Anfang war diese Demonstration friedlich und nicht einmal das stundenlange Warten in der Parkstrasse konnte das ändern. Warum die Polizei die Route der Demonstration ändern wollte und stattdessen hunderte kleine Grüppchen durch die KTV Richtung Stadthafen ziehen ließ, hat sich wohl niemanden wirklich erschlossen. Allerdings wurde ein Großteil der Demonstranten am Werftdreieck dann wieder von den Polizeikräften in Empfang genommen und bis zur Abschlußkundgebung am Stadthafen begleitet.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 3. Juni 2007: Der Tag danach - Chumbawamba und Jan Delay |
Der Tag danach am Stadthafen, Sonne, entspannte Menschen, wenig Polizei und ein vielseitiges Programm. Kaum zu glauben, daß an derselben Stelle noch ein paar Stunden früher eine Straßenschlacht tobte und Wasserwerfer standen. Höhepunkte des Abends waren sicherlich Chumbawamba mit ihren politschen Folksongs aus verschiedensten Ländern und Zeiten und Jan Delay, der nicht nur musikalisch überzeugte, sondern sich mit subtilem Sarkasmus über sich selbst, das Pubilkum und den G8-Gipfel lustig machte. Die vielen Tausend, die schon den ganzen Tag am Stadthafen waren oder erst abends dazugekommen waren, hatten sehr viel Spaß bei diesem Konzert. Und es war sehr friedlich und entspannt.
Nach dem Konzert gab es allerdings einen Zwischenfall, der die angespannte Lage zwischen der Polizei und den Demonstranten deutlich werden ließ. Um einen jungen Mann, der mit starken Verletzungen am Strassenrand lag, wurden schnell diverse Einsatzkräfte der Polizei zusammengezogen. Kurz darauf sammelten sich dort auch einige hundert auf dem Rückweg befindliche Konzertteilnehmer. Es kam zu Wortgefechten zwischen der Polizei und den Passanten, allerdings zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen. Nachdem der Verletzte abtransportiert worden war, rückten auch die Einsatzkräfte ab und die Menge zerstreute sich schnell. Zu den Hintergründen, wie sich der Mann die Verletzungen zugezogen hat, gab es verschiedene unbestätigte Gerüchte. Die anwesende Polizei wollte leider zu dem Sachverhalt keine Stellung nehmen.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 2. Juni 2007: Straßenparty vor dem Anker - Nacht in Rostock überwiegend ruhig |
Wer gestern ahnungslos nach der Kundgebung am Stadthafen Richtung KTV fahren wollte, erlebte am Doberaner Platz eine Überraschung. Vor der ehemaligen Anker-Brennerei wurde getanzt, getrunken, gechillt oder diskutiert. Musik dröhnt aus den Boxen und die DJs tanzen auf dem Balkon. Sehr entspannt nach diesem hektischen Tag. Nur einmal wurde es etwas brenzlig, als auf beiden Seiten eine ziemlich große Anzahl Polizeiwagen auffuhren. Nach einigen Diskussionen wurde einer der Anwesenden (Flaschenwerfer?) in Gewahrsam genommen und danach rückte die Übermacht an Polizei wieder ab. Keine Provokationen und keine Aufregung, so wünscht man sich das immer, denn auch Demonstranten müssen mal feiern.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 2. Juni 2007: Großdemo in Rostock |
[8. Update - 4. Juni 14:50 h]
Gegen 13 Uhr hatten zwei Demonstrationszüge durch Rostock Richtung Stadthafen begonnen. Die Veranstalter hatten auf bis zu 100.000 Teilnehmer
gehofft und 80.000 gezählt, laut Angaben der Behörden sind es aber "nur" um die 30.000. Die Veranstaltung lief bis zur Ankunft am Stadthafen weitestgehend friedlich.
Kleinere Probleme gab es, als die Polizei Fotojournalisten und Kamerateams von der Brücke am Goetheplatz räumen wollte und als einige Autonome aus dem sogenannten "Schwarze Block" auf der Langen Straße in die Innenstadt ausbrachen. Auf der Höhe der Ostseesparkasse sind einzelne Scheiben der OSPA durch Steine zerbrochen, die
von Teilnehmern geworfen wurden.
Erst am Stadthafen eskalierte die Gewalt. Sofort nach Eintreffen des "schwarzen Blocks" kommt es während der Abschlußkundgebung immer wieder zu schweren Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten
Autonomen und der Polizei. Es wuden Steine geworfen und Feuerwerkskörper auf die Polizei gefeuert. Vereinzelt werden PKWs umgeworfen oder angezündet. Die zuerst überforderte Polizei, deren Konzept nicht erkennbar war, reagiert konfus und lässt sich in viele kleine Scharmützel verwickeln und versucht wiederholt provokative, anscheinend konzeptionslose Attacken. Auch die Veranstalter sind überfordert, Nachrichten der Polizei und der Demoleitung gelangen nicht zu den Randalieren durch, weil seltsamerweise die entsprechenden Lautsprecher im hinteren Teil des Stadthafens nicht funktionieren. Zum Teil werden die Randalierer von der Bühne zusätzlich noch angestachelt. Ein Redner beschwört den "Geist von Genua".
Am frühen Abend ändet sich die Lage plötzlich. Die Polizei fährt massive Verstärkung auf und reagiert sehr hart mit Reizgas, Wasserwerfern, Tränengas und massiver Präsenz. Dabei wird mit den Wasserwerfern z. T. wahllos in die Menge gefeuert und auch viele unbeteiligte Demonstranten in Mitleidenschaft gezogen. Es gibt hunderte Verletzte auf beiden Seiten, darunter 433 verletzte Polizisten, davon 33 mit schweren Blessuren.
Insgesamt kann man es nur bedauern, daß so eine farbenfrohe und friedliche Demonstration für einige jugendliche Randalierer, die wahrscheinlich noch nicht einmal verstehen, worum es bei dem Protest ging, als Basis für die Abreaktion der eigenen Aggressionen benutzt wurde. Andererseits ist es verwunderlich, warum die Polizei auf diese Kundgebung, deren Zeitpunkt schon seit Monaten feststand, so unvorbereitet und langsam reagiert hat. Es bleibt nur zu hoffen, daß dieser Auftakt keine Konsequenzen auf das Verhalten der Polizei auf anderen Veranstaltungen hat, denn egal wohin die Schätzungen gehen, 95% der Demonstranten waren friedlich.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 31. Mai 2007: Rostock total vernagelt! |
Irgendwie kamen einem die Bilder bekannt vor. Es wurde gesägt, gehämmert und geschraubt. Doch es war nicht die Ankündigung eines Tornados oder Hurrikan, der die Geschäftsleute in der Kröpeliner Straße dazu bewegte ihre Läden zu verbarrikadieren, sondern die Großdemonstration der G8-Gegner am Sonnabend. Trotz verlängerter Öffnungszeiten, die eigentlich ein ungetrübtes Shoppingvergnügen für die vielen neuen potentiellen Kunden sichern sollten, scheinen nicht viele Ladenbesitzer Vertrauen in die versammelte Staatsgewalt zu haben und nehmen den Schutz ihres Eigentums selbst in die Hand.
Insgesamt ist es ein belustigender und gleichzeitig erschreckender Anblick, wenn die sonst verführerischen Auslagen der Galeria Kaufhof, von H&M, Leiser oder Tommy Hilfiger plötzlich spanplattenbraun erstrahlen. Zumindest die Dekorateure von H&M versuchten die Sicherheitsvorkehrungen dabei humorvoll umzusetzen, in dem sie die Sache mit "Kurzurlaub für die Schaufensterfiguren" zu erklären versuchten. Man darf gespannt sein, wieviele Geschäfte den Vorreitern noch folgen werden und ob die Innenstadt von Rostock morgen komplett zugenagelt wird. Und besonders interessant wird natürlich auch, ob der prognostizierte "Hurrikan" auch wirklich eintritt oder ob uns die Panikmache vor dem Gipfel gar den Blick für die Realität vernagelt hat.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 31. Mai 2007: Kühlungsborn erwartet tausende Journalisten |
Auch in Kühlungsborn ist man offensichtlich gut auf den G8-Gipfel vorbereitet. Zwar wird an einigen Stellen noch gefegt, planiert, gebaut und gepflastert, aber im Wesentlichen sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Auch mit dem Bau des mit Abstand größten Gebäudes Kühlungsborns ist man fertig. Schließlich soll das neue "International Media Center" am 5. Juni durch Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff und den Regierungssprecher Ulrich Wilhelm eröffnet werden, in dem die vielen Journalisten, die in M-V und insbesondere in Heiligendamm erwartet werden, einen wichtigen Anlaufpunkt haben werden.
Fotos und Text: Andreas Beckmann
| 26. Mai 2007: Heiligendamm und die Ruhe vor dem Sturm |
Was auch immer in den nächsten Tagen und Wochen in Heiligendamm und im Umkreis passieren wird, viel war davon am Pfingstwochenende noch nicht zu spüren. Nur wenige Touristen schlenderten durch den verschlafenen Kurort an der Ostseeküste, trotzdem waren die Kellnerinnen in der bekannten Eisdiele an der Ecke überfordert und nur ein paar ganz mutige Kinder wagten sich bei nicht wirklich sommerlichen Temperaturen ins kalte Wasser. Also alles wie immer, möchte man meinen, wenn man vom 12 km-Zaun und dem allgegenwärtigen Stacheldraht an sämtlichen Waldrändern - auf den Hinweisschildern auch freundlich S-Draht genannt- absieht.
Von Polizeipräsenz war noch nicht viel zu spüren, obwohl natürlich jeder Polizist in dem sonst sehr friedlichen Heiligendamm eher deplaziert wirkt. Allerdings scheint alles vorbereitet, kleine Container- und Zeltstädte überall an den Kontrollpunkten und rund um den eigentlichen Tagungsort. Trotzdem ist es sehr schwer vorzustellbar, das dieser kleine Ort, der im wesentlichen nur aus dem Kempinski-Hotelkomplex besteht, für einige Tage der Nabel der politischen Welt sein wird und das sich zehntausende Globalisierungsgegner und Polizisten auf die Reise hierher machen werden oder bereits gemacht haben. Na dann - Willkommen in Heiligendamm!
Fotos und Text: Andreas Beckmann
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15. Januar 2007: Bau der 12 km langen technischen Sperre hat begonnen
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Die vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bau der technischen Sperre beauftragte Firma Metall-Zaun-Stahlbau GmbH & Co. KG (MZS) aus Bargeshagen im Landkreis Bad Doberan hat am 15. Januar 2007 mit dem Setzen der Zaunfelder begonnen. Die erforderlichen Gründungsarbeiten wurden dazu im Bereich der Jemnitzschleuse bei Heiligendamm abgeschlossen. Das um Heiligendamm zu errichtende komplexe technische Sperrwerk besteht nach Fertigstellung aus dem ca. 12 Kilometer langen Zaun, zwei eingerichteten Kontrollstellen und Sicherheitstechnik. Nach dem G8-Gipfel erfolgt der sofortige Rückbau. Den Sicherheitsbehörden ist bewusst, dass mit der Sperre unumgängliche Einschränkungen, insbesondere auf die 280 Einwohner von Heiligendamm und deren Gäste zukommen.
"Wir haben die Aufgabe, die Staatsgäste und das Gipfeltreffen in Heiligendamm land-, see- und luftseitig zu schützen. Die technische Sperre soll ein Eindringen in die Sicherheitszone verhindern. Auch vor dem Hintergrund einer terroristischen Bedrohung und Bedrohungen gewaltbereiter militanter Gipfelgegner kommt dem Sperrwerk eine besondere taktische Bedeutung zu", so der Polizeiführer des Planungsstabes KAVALA Knut Abramowski. Der Zaun selbst besteht aus 4 600 anthrazitfarbenen 75 kg schweren Stahlgittern, die 2,50 m hoch und 2,45 m breit sind. Die Zaunelemente werden seitlich an auf der Erde liegenden 900 kg schweren Betonelementen befestigt. Zusätzlich wird die Sperre mit einem Unterkriech- und Übersteigschutz versehen. Ein Sprecher der Firma MZS aus Bargeshagen erklärte, dass man pro Tag etwa 300m Zaun installieren will. Die Arbeiten werden zum vorgesehenen Termin abgeschlossen.
Fotos und Text: Joachim Kloock
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alle Angaben ohne Gewähr!
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